Thema: Knochenmühle

Der aktuellste Zeitungsartikel zum Thema Knochenmühle ist am 28. Februar 2020 in der Westfalenpost unter dem Titel „Gevelsberg atmet auf: Knochenmühle stellt ihren Betrieb ein“ erschienen. Gerne verlinken wir nachfolgend auf diesen Artikel: 

https://www.wp.de/staedte/ennepetal-gevelsberg-schwelm/gevelsberg-atmet-auf-knochenmuehle-stellt-ihren-betrieb-ein-id228576575.html

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Zum Hintergrund: 

Die Knochenmühle Schmidt und Geitz GmbH & Co. KG

Eine (un-)endliche Geschichte

 

Das an der Gevelsberger Straße in Schwelm ansässige Unternehmen befasste sich ursprünglich nur mit der Verwertung von tierischen Abfällen.

Dabei wird die mit LKWs angelieferte Rohware wird mittels Grob- oder Feinbrechern zerkleinert. Darauf erfolgt für 20 Minuten bei 133 °C und 1,75 bar eine thermische Sterilisation. Als Resultat erhält man einen sterilisierten Fleischbrei, der nun mit unterschiedlichen Verfahren weiterverarbeitet werden kann. Bis in die 1970er Jahre war es Praxis, Tetrachlorethen (Per) als Lösungsmittel zur Trocknung und Entfettung des sterilisierten Fleischbreis zu verwenden. Da diese Chemikalie in die Nahrungskette gelangen konnte, wurde die Verwendung verboten. Die Firma musste 1982 auf eine rein mechanische Weiterverarbeitung umstellen.

Damit begann die Belastung der Linderhauser Bürger durch zeitweilig ausgestoßenen ekelerregenden Gestank. Die ersten Beschwerden der Bürger sind beim Gewerbeaufsichtsamt in Hagen seit den 80er Jahren  aktenkundig.

Im Jahre 1989 beantragte die Firma, die ihr bis dahin erlaubte Verarbeitungskapazität von 48 t pro Tag auf letztlich 200 t pro Tag zu erweitern. Dabei sollte die Verwertung von Schlachtabfällen um Speiseabfälle erweitert werden. Wegen der bereits seit Jahren auftretenden massiven Störungen wandte sich auch der Bürgerverein gegen diese Erweiterung.

Mit Bescheid vom 21.12.1990 genehmigte das damals zuständige staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hagen die wesentliche Betriebsänderung mit der Maßgabe, dass ein Bio-Beet und eine Kläranlage angelegt werden sollten. Der Widerspruch des Bürgervereins wurde 1995 zurückgewiesen.

Über die Jahre hinweg setzten sich immer wieder Bürgerinnen und Bürger in Linderhausen und Umgebung dafür ein, den vor allem in den Sommermonaten bestialischen Gestank seitens des Ennepe-Ruhr-Kreises untersuchen zu lassen. Dabei war durchaus auffällig, dass der Gestank oftmals in den frühen Morgenstunden, spät am Abend und darüber hinaus am Wochenende im gesamten Linderhauser Gebiet wahrnehmbar war. Je nach Windrichtung wurden gerade auch die Nachbarn in Gevelsberg bis in die untere Innenstadt von dem Geruch belästigt. Hinzu kam, dass auch über die Kanalisation bis nach Gevelsberg der faulige Geruch des Tierverwertungsbetriebs durchdrang. 

In 2018 nahm der Gevelsberger Bürgermeister Claus Jacobi auf Basis vieler Beschwerden der Bevölkerung gemeinsam mit der Stadt Schwelm und dem Ennepe-Ruhr-Kreis das Thema auf. Es wurden seitens des EN-Kreises klare und für das Unternehmen auch drastische Anweisungen erteilt, um die Geruchsbelästigung erheblich zu verringern. So wurde u.a. der Abtransport des verunreinigten Wassers per Tanklastwagen angeordnet und auch die technischen Einrichtungen des Unternehmens sollten auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden. Der EN-Kreis prüft seitdem über viele Messsysteme die Werte des Unternehmens und ordnet bei Zuwiderhandlung auch Strafgelder an. Dabei sollte das Unternehmen auch dazu verleitet werden, notwendige Modernisierungsarbeiten durchzuführen.

Dass sich nun das Unternehmen selbst dazu entschlossen hat, die Arbeiten an einem gänzlich anderen Standort durchzuführen und der Betrieb in naher Zukunft nun eingestellt werden soll, ist für alle Linderhauserinnen und Linderhauser sowie die Nachbarstadt Gevelsberg eine große Erleichterung und Wohltat.

Wir möchten uns als Bürgerverein Linderhausen an dieser Stelle für alle Mitmenschen bedanken, die sich über viele Jahre hinweg mit ihrem Engagement und ihrer Unterstützung für eine bessere Luft in und um Linderhausen eingesetzt haben. DANKE!!!

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