Thema: Gewerbegebiete

Anfang 2019 wurden bedrohliche Pläne für unser „Dorf“ wieder deutlich konkreter. So sind gleich zwei Gewerbe- und Industriebereiche (GIB) vorgesehen. Das ist einmal eine Fläche von 103 ha entlang der Straße nach Nächstebreck, zu beiden Seiten. Zum anderen handelt es sich um die gewünschte Erweiterungsfläche südlich des Autobahnkreuzes Wuppertal Nord, ca. 30 ha groß. Hier handelt es sich um ein geschlossenes Waldgebiet, das sich durch eine große, ökologische Vielfalt auszeichnet.

Wir wollen die Landschaft erhalten und haben die Entwicklungen im Blick.

Nach intensiver Einarbeitung führten wir am 11.2. 2019 eine Informationsveranstaltung durch, zu der über 200 Interessierte trotz kurzfristiger Ankündigung erschienen. Im Folgenden

  • schrieben wir alle Ratsmitglieder von Schwelm an, mit der Bitte gegen den Regionalplan zu stimmen. Viele Bürger*innen taten es uns gleich. Leider entschied sich die Mehrheit des Rates nicht in unserem Sinne.

  • besuchten wir die Ratssitzung in Schwelm, in Begleitung vieler.

  • starteten wir eine Online-Petition, die bis zum 20. Februar 2020 lief
    (siehe: www.leben-braucht-landschaft.de)

  • schrieben die Ratsmitglieder in Sprockhövel an, dort war aber schon in einer Ratssitzung Ende Januar für die Gewerbegebiete abgestimmt worden.

  • lieferten wir Argumentationshilfen für Stellungnahmen beim RVR

  • formulierten wir unsere Stellungnahme beim RVR

Nachdem Mitte September 2019 bekanntgegeben wurde, dass sich die Bearbeitung des Regionalplans Ruhr bis in die Mitte der nächsten Legislaturperiode 2020-2025 (Kommunen) erstrecken wird, was auf der landespolitischen Bühne viel Aufruhr auslöste, lesen wir nun Folgendes auf der Internet-Seite des RVR: „RVR SICHERT FRÜHZEITIG 24 REGIONALE KOOPERATIONSSTANDORTE / PLANUNGSSICHERHEIT BEI GEWERBEANSIEDLUNGEN FÜR KOMMUNEN UND INVESTOREN“

In der Liste, die dort zum Download zur Verfügung steht, sind wir als Kooperationsstandort Kreuz Wuppertal Nord – Schwelm – mit 94,5ha brutto geführt, das drittgrößte Gebiet. Diese Hektarzahl stimmt nicht mehr mit den oben genannten Größen überein. Bei den herausgelösten regionalen Kooperationsstandorten wird es nach Auskunft von RVR und Kreis eine zweite Offenlegung geben. Dann besteht erneut die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Kooperationsstandorte, die Anfang des Jahres keine politische Befürwortung gefunden haben, werden (zumindest in der näheren Zukunft) nicht weiterbearbeitet. So haben z. B. Gevelsberg und Wetter den Gewerbegebietsplänen des RVR in ihren Städten nicht zugestimmt. Somit reduziert sich die Anzahl der regionalen Kooperationsstandorte. An „unserem“ Standort kooperieren die Städte Schwelm, Sprockhövel und Gevelsberg. Sie würden sich sowohl die Erschließungskosten als auch die Gewerbesteuer teilen.

Mit der vorgezogenen Bearbeitung beabsichtigt der RVR, das Verfahren zu beschleunigen. Es ist vorgesehen, den Erarbeitungsbeschluss in der letzten Verbandsversammlung vor den Sommerferien am 26. Juni 2020 zu fassen. Laut RVR wird das nächste Beteiligungsverfahren zum aktuell vorliegenden Plantentwurf (siehe Update unten) Mitte September 2020 starten. Die konstituierenden Sitzungen der „neuen“ Kommunalparlamente bzw. Stadträte werden erst im November 2020 stattfinden. Wir müssen also wachsam bleiben! Wir bleiben dran.

+++ Update: Neuer Planentwurf des RVR zur Ausweisung von Gewerbeflächen in Linderhausen +++

Unsere geplante Podiumsdiskussion: Dicke Luft statt kühler Brise – Linderhauser Wege aus der Klimakrise! Anfang Juni (5.6.2020) konnte – aufgrund von Corona – nicht wie geplant durchgeführt werden. Wir haben zwischenzeitlich ein neues Format aufgesetzt und bringen nun im Vorfeld der Kommunalwahlen politische Akteure zur geplanten Entwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen in Linderhausen in kurzen Videobeiträgen vor die Kamera. Die Beiträge sind hier auf der Webseite veröffentlicht, um allen Linderhauser Bürger*innen die Positionen der Akteure transparent darzustellen.

+++ Update: Schauen Sie sich hier unsere Video-Aktion an und machen Sie sich von den Aussagen der Politiker ein Bild! +++

Politische Positionen zum Thema "Regionaler Kooperationsstandort"

Das war sicherlich das Wort des Jahres 2019 für den Bürgerverein Linderhausen. Mit Schrecken nahmen wir Anfang 2019 zur Kenntnis, dass der RVR in seinem Planentwurf eine 103ha große Fläche für Gewerbe- und Industrieansiedlungen in Linderhausen ermöglichen wollte. Noch mehr schreckte uns, dass dies mehrheitlich in den Stadträten von Schwelm und Sprockhövel befürwortet wurde und man darüber hinaus noch eine

Erweiterungsfläche im Waldgebiet um das Autobahnkreuz Wuppertal Nord wünschte. In kürzester Zeit arbeiteten wir uns in die Thematik ein, führten eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung durch und initiierten eine Online-Petition. Daraufhin sandten viele Bürger/innen ihre ablehnenden Stellungnahmen an den RVR und über 3600 Personen unterzeichneten die Online-Petition, und das ohne großen Werbeaufwand.

Unsere Bemühungen und die Unterstützung von tausenden Menschen haben neben einem gewachsenen Bewusstsein für den Klimawandel das Meinungsbild in der Politik geändert. Stimmten im Februar 2019 im Schwelmer Stadtrat nur die Grünen, Die Linke, die SWG/BfS und Die Bürger sowie Herr Lenz (CDU) und Frau Dr. Philipp, Herr Wapenhans und Herr Philipp gegen den regionalen Kooperationsstandort (insgesamt 13 Personen), so waren sich in der Ratssitzung im Juni 2020 alle Fraktionen einig, den neuen Planentwurf für einen regionalen Kooperationsstandort in Linderhausen abzulehnen.

Doch damit ist die Angelegenheit noch nicht erledigt. Im Beteiligungsverfahren  zum neuen Planentwurf im kommenden Herbst werden die Kommunen und der Kreis erneut die Möglichkeit haben, andere Flächen vorzuschlagen.

Die gewünschten Erweiterungsflächen um das Autobahnkreuz haben keinen Eingang in den neuen Planentwurf gefunden. Damit kann es dort jedoch immer noch Vorhaben für kommunale oder interkommunale Gewerbe- oder Industrieflächen geben.

Wie werden sich Kommunal- und  Kreispolitiker im nächsten Beteiligungsverfahren nach der Sommerpause diesbezüglich positionieren?

Wird man evtl. zum vorherigen Vorschlag zurückkehren wollen oder noch weiter östlich in Linderhausen eine Gewerbe- und Industriefläche vorschlagen?

Wie wird man damit umgehen, wenn der RVR auch nach dem Beteiligungsverfahren am Planentwurf für Linderhausen festhalten wird?

Welche Pläne gibt es für den Hellmannsbruch? Ein Teil dieses Waldes südlich der A1 gehörte zur ehemaligen Landgemeinde Linderhausen, er grenzt an die Grundstücke/Gärten etlicher Linderhauser/innen.

Wie sehen die Pläne von Sprockhövel aus, denn Linderhausen liegt ja teilweise auf Sprockhöveler Gebiet?

Das haben wir unsere Politiker aus Schwelm und die Bürgermeisterkandidatin aus Sprockhövel sowie die Landratskandidaten gefragt. Entscheiden werden letztendlich sie, die Politiker im Kreis und den Stadträten. Deshalb wollten wir schon vor dem Beteiligungsverfahren und vor der Wahl von Ihnen wissen, wie sie entscheiden und handeln werden.

Das ist nicht nur für Linderhauser/innen interessant. Achten Sie auf die Details!

Olaf Schade (SPD)
Landrat und Kandidat für SPD / Die Grünen

Oliver Flüshöh (CDU)
Landratskandidat für CDU / FDP

Stephan Langhard (parteilos)
Bürgermeisterkandidat in Schwelm für die SPD

Heinz-Jürgen Lenz (CDU)
Bürgermeisterkandidat in Schwelm für die CDU & Bündnis '90 / Die Grünen)

Philipp Beckmann (FDP)
Bürgermeisterkandidat in Schwelm für die FPD

Marcel Gießwein (Bündnis '90 / Die Grünen)
Fraktionsvorsitz im Stadtrat Schwelm

Dr. Christian Bockelmann (SWG.BFS)
Stellv. Fraktionsvorsitz im Stadtrat Schwelm

Jürgen Feldmann (Die LINKE)
Fraktionsvorsitz im Stadtrat Schwelm

Sprockhövel

Sabine Noll (CDU) ist die Bürgermeisterkandidatin in Sprockhövel für die CDU & Bündnis ’90 / Die Grünen und hat ohne zu Zögern direkt JA gesagt, um unsere Video-Aktion zu unterstützen. 

Dabei macht sie klar und deutlich, wie sie zu einem möglichen Gewerbegebiet auf der Fläche des Waldes im Hellmanns Bruch und dem Gangelshauser Wald steht.

 

An dieser Stelle ist vollständigerweise zu erwähnen, dass wir uns ebenfalls an den Bürgermeisterkandidaten in Sprockhövel für die SPD, FDP & WfS, Herrn Volker Hoven, gewendet haben. Selbstverständlich haben wir auch ihm die Gelegenheit geboten, sich zu diesem Thema zu äußern. Davon hat Herr Hoven bisher jedoch keinen Gebrauch gemacht und eine Stellungnahme abgelehnt.

 

Die Vorsitzenden des Bürgervereins nahmen daraufhin an der Podiumsdiskussion Noll vs. Hoven, am 9. August 2020 in der Glückauf-Halle in Sprockhövel, teil und haben die Kandidatin und den Kandidaten direkt nach ihren Plänen für den Gangelshauser Wald gefragt. Machen Sie sich ein eigenes Bild und lesen Sie dazu unseren Beitrag: „Der im EN-Kreis einzigartige Bruchwald in Gangelshausen ist weiter in Gefahr!“

Hier finden Sie auch Links zu den Podiumsdiskussionen und weitere Informationen zum Gangelshauser Wald. Wir möchten damit darüber aufklären, warum dieser Wald schützenswert und einzigartig im EN-Kreis ist. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

Sabine Noll (CDU)
Bürgermeisterkandidatin in Sprockhövel für die CDU & Bündnis '90 / Die Grünen

Volker Hoven

SPD
Bürgermeisterkandidat für
SPD / FDP / WfS in Sprockhövel

Kein Film vorhanden.
Herr Hoven hat eine Stellungnahme im Videointerview abgelehnt.

Wir verweisen auf die angegebenen Links im Beitrag "Der im EN-Kreis einzigartige Bruchwald in Gangelshausen ist weiter in Gefahr!" zu den Podiumsdiskussionen. Schauen Sie sich die Fragen und Antworten an und machen Sie sich Ihr eigenes Bild.
Zum Beitrag

Volker Hoven (SPD)
Bürgermeisterkandidat in Sprockhövel für die
SPD, FDP & WfS

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